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Gefahr für Coole Kicker - Band 3

2016 90 Seiten

Leseprobe

Über dieses Buch:

Fußballstar Müller kommt nach Wilnshagen! Die tolle Neuigkeit entpuppt sich als wahrer Albtraum, denn Müllers Sohn Daniel mischt die Coolen Kicker gründlich auf. Statt ungestört trainieren zu können, müssen sich die Kicker-Freunde gegen seine haltlosen Anschuldigungen zur Wehr setzen. Als wäre das nicht schon nervig genug, versucht Daniel ihnen auch noch ihre eigene Fußballwiese abzuluchsen ...

„Spannend, abgedreht lustig und auch für Mädchen geeignet - die Coolen Kicker punkten in jeder Beziehung.“ (Fox Kids)

Über den Autor:

Bis 1996 war Dieter Winkler Chefredakteur der erfolgreichen Computerzeitschrift CHIP. Seitdem widmet er sich ausschließlich dem Schreiben. Winkler unterhält mit spannungsgeladenen Kurzgeschichten und Romanen, deren Themenspektrum sich zwischen Fantasy und Internet erstreckt.

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eBook-Neuausgabe April 2016

Copyright © der Originalausgabe 2002 by Verlag Carl Ueberreuter

Copyright © der Neuausgabe 2013 dotbooks GmbH, München

Copyright © 2016 jumpbooks. jumpbooks ist ein Imprint der dotbooks GmbH.

Alle Rechte vorbehalten. Das Werk darf – auch teilweise – nur mit Genehmigung des Verlages wiedergegeben werden.

Titelbildgestaltung: Tanja Winkler, Weichs

eBook-Herstellung: Open Publishing GmbH

ISBN 978-3-96053-101-2

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Dieter Winkler

Gefahr für Coole Kicker

jumpbooks

KAPITEL 1

»Mann, endlich Ferien!« Jan war so begeistert, als hätte er gerade ein Auswärtsspiel gewonnen. »Jetzt können wir ungestört trainieren ...«

»Es sei denn, Eberhard und Thomy starten wieder einen Silvesterraketen-Angriff auf unsere Fußballwiese.« Frank deutete auf den Waldrand, der den eigenen Fußballplatz der drei Freunde umschloss. »Ich würde mich nämlich nicht wundern, wenn die hier irgendwo in der Nähe gerade finstere Pläne gegen uns schmieden.«

»Da werden sie sich an uns Coolen Kickern aber die Zähne ausbeißen«, meinte Guido. »Wir haben denen doch bislang immer gezeigt, wo der Hammer hängt.«

»Solange Eberhard sich dann nicht den Hammer schnappt und uns damit eins auf die Rübe haut, ist das ja in Ordnung.«

»Mir alles egal. Osterferien und ein Freundschaftsspiel vor uns mit ein paar Typen, die extra kommen, um sich besiegen zu lassen: Was könnte schöner sein?« Jan schnappte sich den Ball und balancierte ihn auf dem Spann.

Im gleichen Moment schoss er ihn auch schon zu Guido hinüber. Der dunkelhaarige Junge gab ihn an Frank weiter, dem vielleicht besten Spieler im Bund der Coolen Kicker.

»Freu dich nur nicht zu früh.« Frank stoppte das runde Leder und grinste schief. »Ich habe gehört, dass die Jungs vom SC Victoria echt stark sind!«

»Es geht doch um nichts«, sagte Guido. »Die kommen am Osterdienstag für ein einziges Freundschaftsspiel nach Wilnshagen. Danach düsen sie gleich weiter.«

»Die glauben wahrscheinlich, sie könnten uns mal eben mit ein paar schnellen Treffern versenken.«

»Lass sie meinen, was sie wollen«, knurrte Jan. »Nachdem wir beim Hallenturnier gezeigt haben, was wir drauf haben, ist mir wegen überhaupt nichts bange.«

»Nur kein Größenwahn, Männer«, mahnte Guido in seinem typischen »Professoren«-Tonfall, »auch wenn wir seit dem Hallenturnier nicht mehr auf der schwarzen Liste unseres gestrengen Trainers Anstetter stehen ...«

»Eberhard fallen deswegen schon die ersten Haare aus«, unterbrach ihn Jan lachend. »Denn jetzt kann er uns nicht mehr die Chance vermasseln, beim Probespielen im Mai von einem Profiverein entdeckt zu werden. Vielleicht landen wir alle drei sogar bei Bayern München!«

»Schön wär’s«, sagte Frank »Aber bis dahin liegt noch eine ganze Menge Arbeit vor uns.«

Er wollte gerade den Ball zurückspielen, als ihn das dumpfe Dröhnen eines Automotors aufhorchen ließ. Er warf einen Blick zu ihrem Klubhaus hinüber, das am hinteren Ende der von Bauer Sendler zur Verfügung gestellten Fußballwiese stand. Seine Schwester Jacki hatte sich vor der Hütte auf einem Klappstuhl niedergelassen und döste zufrieden in der Frühlingssonne.

»He, Jacki!« rief Frank zu ihr hinüber. »Wollten heute nicht Karin und Luki kommen?«

Jacki öffnete nur ein Auge und gähnte. »Kann schon sein«, sagte sie träge. »Wieso denn?«

»Weil ich gerade einen Wagen höre, der zu uns hochfährt. Hier fährt doch normal niemand lang!«

Jacki schüttelte den Kopf. »Das sind sie nicht. Die beiden sind doch von Kopf bis Fuß aufs Radfahren eingestellt.«

»Da bin ich ja mal gespannt«, murmelte Frank.

Vielleicht lag es an den Aufregungen der letzten Monate, dass Frank das nun deutlicher zu hörende Motorengeräusch nervös machte. Vielleicht hatte es aber auch mit dem Klang des Wagens zu tun, der jeden Moment auftauchen musste.

Er hörte sich irgendwie unheimlich an.

Die Coolen Kicker verloren augenblicklich jedes Interesse an ihrem Balltraining. Nachdem ihr Spielfeld in einer Nacht-und-Nebel-Aktion von Altbauer Wenzel halb umgepflügt und sie wiederholt von Eberhard und Thomy heimgesucht worden waren, misstrauten sie jedem Besucher. Es kam ja auch nicht häufig vor, dass sich jemand »zufällig« den gewundenen Weg zu ihrer Wiese hochverirrte.

Der Wagen fuhr offensichtlich sehr langsam, denn es dauerte eine Weile, bis er sich in ihr Sichtfeld schob.

»Mann, ich werd verrückt«, flüsterte Jan. »Das ist ja James Bond.«

»Du spinnst«, beschied ihm Guido.

Aber auch er und Frank machten große Augen, als sie den roten, lang gestreckten Sportwagen sahen, der gemächlich über den Feldweg näher kam.

Frank blinzelte aufgeregt. »Jan hat Recht. Das ist tatsächlich das James-Bond-Auto.«

Guido schüttelte entschieden den Kopf. »Ihr seid Quatschköpfe, alle beide. Das ist ein alter Jaguar E. James Bond fährt Aston Martin oder BMW.«

»Du gehst mir echt auf den Senkel, Professor«, sagte Jan. »Das ist James Bond – ich schwör es dir!«

Der Wagen, den Guido als Jaguar bezeichnet hatte, rollte aus und blieb mitten auf dem Feldweg stehen.

»Ich krieg die Tür nicht zu«, stöhnte Jan. »Der will echt zu uns!«

So weit Frank erkennen konnte, befanden sich zwei Personen im Wagen. Was wollten die in dieser abgelegenen Gegend?

»Jetzt weiß ich auch, wer so ein Ding gefahren hat«, strahlte Guido. »Das war Jerry Cotton.«

»Flachkram!«, knurrte Jan. »Das ist ein James-Bond-Auto.«

»Nein, das fuhr Jerry Cotton, und zwar ...« Sie hätten wahrscheinlich angefangen sich ernsthaft zu streiten, wenn jetzt nicht die Beifahrertür des Sportwagens aufgeschwungen wäre.

»Seht doch«, stöhnte Jan. »Ein Knirps!«

Das war deutlich übertrieben. Der Junge, der ausstieg und auf sie zukam, musste ziemlich genau in ihrem Alter sein. Er trug ein breites, selbstzufriedenes Grinsen zur Schau, das Frank auf Anhieb abstieß.

»Da hast du deinen James Bond«, spottete Guido.

»Ach, sieht der vielleicht wie Jerry Cotton aus?«

»Hört doch mal auf mit dem Blödsinn«, ertönte plötzlich eine Stimme hinter ihnen.

Frank zuckte zusammen. Er hatte gar nicht gemerkt, dass sich seine Schwester Jacki zu ihnen gesellt hatte.

»Hi, Fans«, sagte der herankommende Junge großspurig. »Wie geht’s denn so?«

»Alles im Lot«, gab Guido zurück »Was können wir denn für dich tun?«

Der Junge schlenderte lässig näher und blieb direkt vor ihnen stehen. Er hatte schwarze Haare, ein schmales Gesicht und einen wachsamen Blick, der nach kurzer Musterung der Coolen Kicker an Jacki hängen blieb.

»Ich hab von eurem eigenen Platz gehört«, sagte er ruhig. »Den wollte ich mir mal anschauen, bevor ich euch am Dienstag in Grund und Boden spiele.«

KAPITEL 2

Die Kampfansage des fremden Jungen ließ Frank gleichermaßen überrascht wie ärgerlich zusammenzucken. »Ich wüsste nicht, dass wir uns kennen«, sagte er schroff.

Der Junge lachte. »Aber wir werden uns noch kennen lernen. Da wir am Dienstag sowieso gegeneinander spielen und mein Vater hier jemanden besuchen wollte, bin ich mit meinen Kumpels einfach schon früher gekommen.«

»Welche Freude für uns«, brummte Frank, und Guido fügte hinzu: »Und mit wem haben wir das zweifelhafte Vergnügen?«

»Mit dem berühmten Daniel, dem besten Jugendspieler des SC Victoria und ganz nebenbei auch noch Karatemeister.«

»Und man nennt dich ›Dany mit Sahne‹, oder?«, fragte Guido böse.

Daniel grinste abfällig. »Ich hab schon gehört, dass ihr drei den Mund immer besonders voll nehmt. Aber eure schmutzigen Tricks ziehen bei mir nicht. Euch mache ich mit links fertig!«

Frank spürte eine heiße Wutwelle in sich aufsteigen. »Wenn du nur auf unseren Platz gekommen bist um rumzustänkern, fliegst du achtkantig raus!«

Daniel lachte abschätzig. »Nun gib mal nicht so schauerlich an. Am Dienstag werden wir euren Dorfdeppenverein sowieso in Grund und Boden rammen.«

Jans Augen funkelten wütend. »Pass bloß auf, dass wir dich nicht irgendwo hinrammen.«

Daniel wandte den Blick von Jacki ab, um Jan mit einem abfälligen Kopfschütteln zu bedenken. »Du bist wohl so was wie die Oberpfeife von euch dreien, oder?«

»Du plusterst dich doch bloß so auf, weil dir dein Papa im Auto Rückendeckung gibt«, gab Jan wütend zurück

»Pass auf, was du sagst«, empfahl ihm Daniel. »Wenn du nämlich siehst, wer mein Vater ist, werden dir die Augen aus dem Kopf quellen.«

Frank stöhnte gequält auf. Dieser eingebildete Spinner war ja noch schlimmer als Eberhard und Thomy!

»Nun will ich euch mal verraten, wer ich eigentlich bin«, prahlte Daniel.

»Nicht nötig«, wehrte Jan ab und Guido fügte hinzu: »Das wissen wir doch schon: Dany mit Sahne.«

Daniel schenkte den beiden nur einen hochmütigen Blick Dann drehte er sich zum Wagen um und winkte. Im selben Moment öffnete sich die Fahrertür und ein großer, schlanker Mann stieg aus.

Es verschlug Frank fast den Atem, als er erkannte, welche Berühmtheit da auf ihrer Wiese stand. »Aber ... das ist doch ...«, stammelte er.

»Ganz genau.« Daniel nickte triumphierend und zwinkerte Jacki zu. »Ich hoffe, jetzt ist euch endgültig klar, mit wem ihr es hier zu tun habt!«

Er meinte offensichtlich sich selbst, aber Frank beachtete ihn gar nicht. Er hatte nur Augen für Daniels Vater, dessen Spieltechnik er schon oft im Fernsehen bewundert hatte. Seiner Meinung nach war er einer der besten Fußballer, die je in der Nationalelf gespielt hatten.

»Ein Fußballstar auf unserer Wiese«, sagte Jan andächtig. »Ist das nicht Hubert Müller?«, fragte Jacki. »Und das ist dein Vater, Daniel?«

Der Junge nickte stolz. »Aber klar, Kleines.«

Da war sein Vater schon heran. »Hallo«, begrüßte er die Coolen Kicker freundlich »Wie ich sehe, habt ihr euch schon angefreundet.«

»Oh ja, das kann man so sagen«, giftete Guido. Ihm war anzusehen, wie sehr er darunter litt, dass Jacki Daniel nicht eine kräftige Abfuhr verpasst hatte. Schließlich war er doch selbst in Franks Schwester verschossen.

»Ich hab mir was überlegt, Papa«, sagte Daniel. »Sieh dir diese Wiese an. Die ist gar nicht übel. Vielleicht könnten wir hier unser Freundschaftsspiel austragen.«

»Immer langsam mit den jungen Pferden.« Hubert Müller warf einen Blick in die Runde. Auffällig lange musterte er die beiden alten Holztore, die die Coolen Kicker fest verankert hatten, und das kleine Klubhaus am Rande der Wiese, das sie im Garten von Jans Oma ab- und hier wieder aufgebaut hatten.

»Gute Arbeit, Jungs«, sagte er anerkennend. »Nur verratet mir mal, warum direkt neben eurem Spielfeld ein Teil der Wiese erst vor kurzem umgepflügt wurde?«

»Das ist ›Onkel Theos Glatzenstelle«‹, sagte Jan eifrig.

Daniel brach in schadenfrohes Gelächter aus und auch sein Vater schmunzelte. »So ein Blödsinn kann auch nur euch Dorfdeppen einfallen. Sollte das so eine Art heidnisches Ritual sein, um die Götter vor dem nächsten Spiel gütig zu stimmen, oder was?«

»Das ist eine lange Geschichte«, beschied ihm Guido knapp. »Außerdem sind wir alles andere als Dorfdeppen. Das wirst du schon merken, wenn wir gegeneinander spielen.«

»Oha«, machte Daniels Vater. »Ich hoffe, ihr vergesst nicht, dass ihr zu einem Freundschaftsspiel zusammenkommt. Es ist nicht nötig einander zu hassen, wenn man im Fußball gegeneinander antritt.«

»Wie war das überhaupt gemeint, Daniel?«, fragte Jacki. »Sollen wir wirklich hier gegeneinander spielen?«

Daniel breitete die Arme mit einer einladenden Geste aus. »Warum nicht? Wäre doch eine Idee, oder? Schließlich sieht man so etwas nicht alle Tage – und schon gar nicht ›Onkel Theos Glatzenstelle‹.«

KAPITEL 3

»Der Typ hat doch ein Rad ab«, schimpfte Guido, während er neben Frank zum Klubhaus zurücktrottete. »Der bildet sich ein, er wäre was Besseres, nur weil sein Vater ein Fußballstar ist.«

»Das ist doch auch was, oder? Jacki ist jedenfalls megabeeindruckt.«

Guido ging hoch wie eine Rakete, bei der man gerade die erste Stufe gezündet hatte. »So eine Gemeinheit hätte ich der falschen Schlange nie zugetraut. Sonst tut sie immer, als ob sie zu uns halten würde – und jetzt läuft sie bei erstbester Gelegenheit zum Feind über!«

»Nun mal langsam.« Frank öffnete die Tür ihres kleinen Klubhauses.

»Jacki ist immerhin meine Schwester.«

»Ach ja? Und warum streitet ihr dann dauernd?«

Frank stellte seufzend einen Fuß auf einen Stuhl und starrte durch das kleine Fenster hinaus auf ihren gemeinsamen Traum: die eigene Fußballwiese. »Ich kann ja verstehen, dass du diesen Daniel nicht leiden kannst – schließlich geht es mir nicht anders. Aber du solltest wegen Jacki nicht so einen Wind machen.«

»Ich mache keinen Wind!«, schrie Guido. »Es will mir bloß nicht in den Kopf, dass sie diesen eingebildeten Idioten auch noch nett findet.«

»Sie steht eben auf eingebildete Idioten.« Frank drehte sich grinsend zu seinem Freund herum. »Oder warum sonst, meinst du, spricht sie überhaupt noch ein Wort mit dir, Professor?«

Bevor Guido zu einer seiner gefürchteten Antworten ansetzen konnte, schwang die Hüttentür knarrend auf und Jan und Jacki polterten in den Raum. Während sie sich lauthals unterhakend auf die Stühle pflanzten, drückte sich der »Professor« auf der Bank schmollend in den hintersten Winkel. Das ging so lange gut, bis Jacki unvorsichtigerweise den Namen »Daniel« erwähnte.

Sofort beugte sich Guido wütend vor. »Dass jemand noch bekloppter als Eberhard sein kann, hätte ich mir nie träumen lassen. Dieser Daniel ist doch die absolute Oberpfeife!«

»Aber Eberhard ist trotzdem schlimmer.« Jan lehnte sich auf seinem Stuhl zurück. »Außerdem finde ich es gar nicht so dämlich, wenn wir das Freundschaftsspiel auf unserem eigenen Platz durchziehen. Schließlich haben wir dann Heimvorteil.«

»Ich finde, dass das ein ganz und gar dämlicher Vorschlag ist«, explodierte Guido. »Da könnte ja jeder beliebige Lackaffe daherkommen, um sich hier breit zu machen.«

Jan grinste breit. »Ich glaub, du bist eher wegen Jacki sauer auf Daniel.«

»Was soll das denn heißen?«

»Nun reg dich mal nicht so auf. Ich mein ja nur!«

Frank knallte seine Limoflasche auf den Tisch. »Jetzt kriegt euch nicht noch wegen dieses blöden Typs in die Haare. Wir müssen uns höchstens bis Dienstag mit der Knallerbse rumärgern. Dann dampft er wieder ab.«

»Ich weiß nicht«, sagte Jan düster. »Ich hab das doofe Gefühl, dass uns dieser eingebildete Fatzke noch ganz schön auf den Wecker gehen wird.«

»Wie auch immer – jetzt trainieren wir erst mal ‘ne Runde«, entschied Guido. »Damit wir Daniels Mannschaft ‘ne krasse Niederlage beibringen.«

»Stellt euch das nur nicht zu einfach vor«, stichelte Jacki. »Der Sohn eines Fußballstars ist sicher nicht ganz ohne.«

Guido stöhnte gequält auf und hätte bestimmt noch eine bissige Bemerkung gemacht, wenn Frank nicht kurzerhand mit ihrem Trainingsball aus der Hütte gestürmt wäre.

»Mir ist aufgefallen, dass euch in letzter Zeit viel zu schnell die Puste ausgeht«, sagte Guido. » Also werden wir heute Konditionstraining machen.«

»Du hast wohl ‘nen Knall, Professor«, maulte Jan. »Wie redest du eigentlich mit uns?«

»Nachher üben wir noch Ballannahme, Flachpass und Jonglieren«, fuhr Guido ungerührt fort. »Damit wir auch wirklich in Form sind, wenn wir Daniel eine verpassen.«

»Kommt denn der alte Perschke heute nicht?«, fragte Frank hoffnungsvoll.

»Ne. Heute bin ich euer Privattrainer.«

Jan und Frank wechselten einen raschen Blick Das konnte ja heiter werden!

»Machst du mit, Jacki?«, fragte Guido.

Franks Schwester zuckte mit den Schultern. »Ich weiß nicht. Ich steh nicht auf Konditionszeugs.«

»Du musst dich ja nicht verausgaben.«

Guido schien ihr erneutes Achselzucken als Einverständnis zu werten.

Er hetzte sich und seine Freunde über die Fußballwiese, bis ihnen die Zunge heraushing. Frank und Jan gaben ihr Bestes – schließlich wollten sie Daniel eine schmerzliche Niederlage bereiten.

Nur Jacki hielt sich zurück Sie war zwar auch Mitglied im 1. FC Wilnshagen, aber sie würde bei dem Freundschaftsmatch am Dienstag nicht mitspielen.

»Kurze Pause und abrubbeln«, kommandierte Guido schließlich. »Dann machen wir ein bisschen Ballschulung.«

Als sie wenige Minuten später einigermaßen erfrischt wieder auf ihrer Fußballwiese standen, begriff Frank, warum Guido unbedingt Jacki dabei haben wollte.

»Wir klemmen uns jetzt paarweise den Ball zwischen die Stirn und versuchen, in der Bewegung die Balance zu halten.«

»Ach ja?«, fragte Jan spöttisch. »Und lass mich raten: Frank und ich sollen zusammen trainieren, während du mit Jacki Köpfchen an Köpfchen über die Wiese stolzierst.«

Guido runzelte die Stirn. »Was soll das? Das ist doch eine ganz normale Übung.«

»Echt? Ich glaube eher, für dich ist das eine Vorstufe zum Jacki-Knutschen.«

»Das ist doch ...« Guidos Gesicht nahm die Farbe einer überreifen Tomate an. »Ich ... Du bist ... Es ist einfach ...«

»Ihr tickt wohl nicht mehr ganz sauber.« Jacki sah richtig sauer aus. »Ich mache keine Kopf-an-Kopf-Übung. Mit niemandem von euch.«

»Mit Daniel würdest du aber schon, oder?«, stichelte Jan.

Jacki warf ihm erst einen wütenden Blick zu. Dann drehte sie sich wortlos um und verschwand Richtung Klubhaus.

Guido wartete ab, bis sie in der Hütte verschwunden war. Dann machte er einen Schritt auf Jan zu. »Und jetzt zu dir, du linke Ratte«, zischte er. »Wenn man dich zum Freund hat, braucht man keine Feinde.«

KAPITEL 4

An Training war nicht mehr zu denken. Guido hetzte Jan erst über den halben Platz und stauchte ihn dann so zusammen, dass der blonde Junge schließlich die Hände auf die Ohren presste und schrie: »Halt endlich die Schnauze! Ich sag ja nichts mehr über dich und Jacki – auch wenn’s wahr ist, dass du nur aus Eifersucht ausflippst!«

Frank seufzte. Wenn das so weiterging, würde er noch einschreiten müssen, damit sich die beiden Idioten nicht gegenseitig verprügelten.

Als sein Blick zum Feldweg schweifte, wo die dicht stehende Fichtenreihe abbrach, glaubte er seinen Augen nicht zu trauen. Sie waren nicht allein. Halb verborgen durch tiefhängende Zweige einer Fichte standen zwei Jungenräder, die da nicht hingehörten.

»He!«, schrie er seinen Freunden zu. »Feind im Anmarsch!«

»Halt dich da raus«, brüllte Guido zurück »Das geht nur mich und Jan was an.«

Das war doch nicht zu fassen. Anstatt dem unerwarteten Besuch gemeinsam auf die Finger zu klopfen, verschwanden seine beiden »Freunde« auf der gegenüberliegenden Waldseite.

Dann musste Frank eben alleine ran. Ohne zu zögern spurtete er los. Wenn die Räder Eberhard und Thomy gehörten, gab es Ärger.

»Das nimmst du zurück«, brüllte Jan irgendwo weit hinter ihm. Guido antwortete heftig, aber darum konnte sich Frank jetzt nicht kümmern.

Er hatte die Schatten zweier Gestalten entdeckt, die sich kaum von den Fichten abhoben. Frank hätte sein ganzes Taschengeld darauf verwettet, dass es ihre beiden »Lieblingsfeinde« wären.

Als er näher kam, traten tatsächlich zwei Jungen aus dem Waldstück hervor. Der eine war wie erwartet der kräftige Eberhard. An seiner Seite war diesmal aber jemand, den sie erst seit wenigen Stunden kannten: Daniel!

»Hi«, sagte Daniel, während er auf Frank zuging. »Euer Freund war so nett, mich zu eurer Wiese zu begleiten.«

»Unser was?«, krächzte Frank. Sein rechtes Augenlid begann zu zucken. »Sagtest du gerade was von Freund?«

Eberhard grinste breit. »Ein tolles Training zieht ihr hier ab. Jan und Guido probieren aus, wer am lautesten schreien kann und du rennst verstört in der Gegend rum.«

»Du hast doch hier Platzverbot, du Spinner.« Vor lauter Empörung konnte Frank keinen klaren Gedanken fassen. Er wusste nur, dass er gleich ausrasten würde, wenn er Eberhards überhebliches Getue noch länger ertragen musste.

»Habt ihr etwa Probleme miteinander?« Daniel zog eine Augenbraue hoch. »Jedenfalls hat mir Eberhard nur das Beste von euch erzählt.«

Das konnte sich Frank beim besten Willen nicht vorstellen. Eberhard hatte zusammen mit seinem etwas zurückgebliebenen Freund Thomy die Einweihungsfete auf ihrer Fußballwiese mit Feuerwerkskörpern auseinander gesprengt, er hatte mit einer bösartigen Verleumdung versucht, sie bei ihrem Trainer unmöglich zu machen, und nicht zuletzt hatte er mit einem Juckpulver-Angriff kurz vor Schulbeginn dafür gesorgt, dass die drei Coolen Kicker einen wichtigen Aufsatz versiebt hatten.

»Ist ja auch egal«, winkte Daniel ab. »Streit gibt’s schließlich überall. Ich bin sicher, dass du dich schon wieder mit Eberhard vertragen wirst.«

»Vertragen? Mit dem?« Frank schüttelte entschieden den Kopf. »Du hast ja keine Ahnung, Mann. Ich hab nichts dagegen, wenn du uns besuchst – aber der da«, er deutete auf Eberhard, »muss weg!«

»Nun mach mal halblang, Kleiner«, sagte der kräftig gebaute Eberhard. »Schließlich waren wir mal fast Freunde.«

»Was? Wir?« Frank tippte sich an die Stirn. »Ich glaube, bei dir im Gehirnkastl läuft eine Mäuseschar Amok.«

»Deine beiden anderen Freunde haben sich gerade auch in der Wolle. So was kommt vor. Also gib Eberhard die Hand, damit ihr Frieden schließt.«

Es hätte noch gefehlt, dass er sagte: »Gib Pfötchen!« Frank fand das einfach lachhaft. Was bildete sich dieser eingebildete Fatzke eigentlich ein? »Woher kennt ihr beiden euch überhaupt?«, fragte er.

»Ich bin eben ein treuer Müller-Fan«, behauptete Eberhard. »Und da sind wir uns mal nach einem Spiel über den Weg gelaufen.«

»Genau.« Daniel lachte. »Er wollte ein Autogramm von meinem Vater und hat mich dabei vor lauter Eifer fast umgerempelt.«

»Ja, wirklich sehr, sehr witzig.« Frank konnte sich nur zu gut vorstellen, was in Wirklichkeit passiert war. Eberhard hatte sich auf seine grobe Art vordrängen wollen und erst dann einen Rückzieher gemacht, als er begriffen hatte, dass Daniel der Sohn des Fußballstars war.

»Ach, wen sehe ich denn da?« Daniel hatte überhaupt keine Augen mehr für Frank, sondern starrte in Richtung Klubhaus. Das hätte er sich ja denken können. Eberhards neuer Freund war natürlich nur hier angerückt, um Jacki hinterher zu hecheln.

»Was ist denn hier los?« Franks Schwester schlenderte heran. »Haltet ihr ein Kaffeekränzchen ab, oder was?«

Sie blickte misstrauisch auf Eberhard – und dann schenkte sie Daniel ein flüchtiges Lächeln. Auch das noch! Frank fand es schon schlimm genug, dass sein bester Freund hinter Jacki her war – aber wenn sich seine Schwester jetzt mit diesem eingebildeten Idioten Daniel anfreundete, konnte das ja heiter werden.

Es gibt so Tage, an denen es besser wäre, im Bett zu bleiben und die Decke weit über den Kopf zu ziehen. Zwar hatten Daniel und Eberhard sehr schnell den Rückwärtsgang eingelegt, als Guido und Jan aus dem Wald hervorgeschossen kamen, aber damit begann das Unglück erst richtig.

»Du hast wohl zu oft Kopfball-Training gemacht, was?«, schimpfte Jan. »Wie kannst du nur so bescheuert sein und Daniel und Eberhard auf unsere Wiese einladen?«

»Hab ich doch gar nicht«, protestierte Frank. »Die beiden sind einfach hier aufgetaucht. Jacki, sag doch auch was! Ich bin völlig unschuldig.«

»Ach ja?« Jan trat wütend einen Kiesel zur Seite. »Aber du hättest uns doch gleich rufen können!«

Frank fing an, wütend zu werden. »Was bildet ihr euch eigentlich ein? Erst geht ihr euch fast an die Gurgel und haut in den Wald ab – und dann soll ich an allem schuld sein?«

»Moment, Moment«, begehrte Guido auf. »Ich hab dir doch gar keine Vorwürfe gemacht. Das ist ja nur diese Obertrantüte Jan, die mal wieder überhaupt nichts rafft.«

Jan wirbelte zu Guido herum und streckte die Hände vor, als wollte er seinen Freund erwürgen. Wenn die Situation nicht so ernst gewesen wäre, hätte Frank laut gelacht Denn Jan sah aus wie die lächerliche Kopie eines Zombies in einem drittklassigen Horrorfilm.

»Mir reicht es jetzt endgültig«, brüllte der. »Du verdammter Klugscheißer, du. Nur noch einen Ton, dann ...!«

Guido schien nicht sonderlich beeindruckt. Fast spielerisch tauchte er unter Jans zupackenden Armen weg. »Jetzt hör endlich auf, du Knallfrosch Sonst bringe ich dich endgültig zum Platzen.«

Wie gern wäre Frank in diesem Moment in seinem Bett gewesen! Decke über den Kopf ziehen, Kopfhörer vom Walkman auf die Ohren, und nichts hören und nichts sehen. »Spart euch eure Energie fürs Fußballspielen auf«, sagte er. »Ich hab nämlich echt keinen Bock drauf, dass Daniel uns nachher auch noch auf unserem eigenen Platz ein Tor nach dem anderen reindonnert.«

»Ach ja, du Komiker?« Jan drehte sich zu Frank um. Seine Augen schienen vor lauter Wut Blitze abzufeuern. »Wie kommt es überhaupt, dass Eberhard und Daniel hier gemeinsam auftauchen? Kannste mir das vielleicht mal erklären, du Schmalhirn?«

»Wie soll ich denn das wissen? Und wenn du das nicht begreifst, bist du das Schmalhirn. Jetzt fahr ich nach Hause! Mir reicht es nämlich langsam mit euch beiden Idioten.«

KAPITEL 5

»Manchmal verstehe ich euch Jungs einfach nicht«, sagte Jacki, als sie neben ihrem Bruder den Feldweg in Richtung Wilnshagen entlang radelte. »Kaum taucht dieser Daniel auf, flippt ihr aus.«

Frank hätte darauf am liebsten wie eine Comicfigur mit »Mhm – grrrr« geantwortet, denn schließlich war Jacki nicht ganz unschuldig daran, dass Guido unerträglich eifersüchtig und im weiteren Verlauf mit Jan und ihm selbst in Streit geraten war. Aber er hatte keine Lust, sich jetzt auch noch mit seiner Schwester anzulegen. Einfach nach Hause fahren, ein kühles Glas Limo trinken und sich mit voller Montur aufs Bett schmeißen, um sich ein Netsurfer-Hörspiel reinzuziehen. Das wär’s!

Aber das Schicksal meinte es heute wirklich nicht gut mit ihm. Sie hatten gerade die nächste Biegung erreicht, als Frank zwei Radfahrer bemerkte, die den Hügel hoch strampelten. Es waren Karin und Luki.

Der Anblick des hübschen Mädchens mit der frechen Kurzhaarfrisur versetzte ihm einen zusätzlichen Stich. Er mochte Karin sehr gern. Doch wahrscheinlich würde er jetzt kein einziges vernünftiges Wort herausbringen, wenn sie ihn ansprach.

»He!«, rief Karin ihm entgegen. »Wieso seid ihr denn schon auf dem Rückweg?«

»Weil heute alle Jungs durchgeknallt sind«, schimpfte Jacki.

Luki, der kleine Bruder von Karin und mit seinen acht Jahren das jüngste Mitglied im Freundeskreis der Coolen Kicker, fuhr auf seinem Fahrrad so zusammen, dass er fast gestürzt wäre. »Was ist denn das für’n Quatsch?«

Frank und Jacki brachten ihre Räder kurz vor ihren Freunden zum Stehen. »Dich hab ich doch damit nicht gemeint«, sagte Jacki. »Aber wenn du wie die anderen heute eine beleidigte Leberwurst spielen willst, dann bitte!«

Karin winkte ab. »Lassen wir das mal. Was mich viel mehr interessieren würde: Was war das eigentlich für ein toller Typ, der mir gerade entgegengekommen ist.«

»Toller Typ?« Frank hatte das Gefühl, im falschen Film zu sein. »Du meinst doch nicht etwa Daniel?«

»Ach, Daniel heißt er.« Karin lächelte ganz verträumt. »Gehört der jetzt auch zu den Coolen Kickern?«

»NEIN!«, brüllte Frank so laut er konnte. »Dieses verdammte Großmaul gehört nicht zu uns und wird auch nie zu uns gehören und abgesehen davon ist er eine absolute Oberpfeife. Ich wünschte, dieser Typ wäre hier nie, nie aufgetaucht.«

Er stieg wieder in die Pedale und donnerte so schnell er konnte den Hügel hinunter. »Bis jetzt habe ich ja gedacht, Frank wäre für einen Jungen ganz vernünftig«, hörte er Karin noch sagen. »Aber offensichtlich ist er genauso ein Blödmann wie alle anderen.«

Endlich zu Hause! Frank konnte sich nicht daran erinnern, sich jemals zuvor so auf sein Zimmer gefreut zu haben. Er rauschte an seiner erstaunten Mutter vorbei, die ihm nachrief: »Wo ist denn Jacki?«

»Die kommt gleich«, knurrte Frank und dann war er auch schon in seinem Zimmer und schlug die Tür hinter sich zu. »Puh«, machte er. »Die nächsten dreißig Jahre gehe ich hier nicht mehr raus!«

Der Streit mit Guido und Jan war schon schlimm genug gewesen. Aber dass er dann auch noch ausgerechnet auf Karin stoßen musste! Und was war überhaupt in die blöde Kuh gefahren? Jetzt konnte sie zusammen mit Jacki einen Daniel-Fanklub gründen.

Er ging zu der Stereoanlage hinüber und drehte ein uraltes Hörspiel voll auf. Wahrscheinlich würde seine Mutter gleich kommen und sich wegen der Lautstärke beschweren. Aber das war ihm jetzt egal.

Er hockte sich auf sein Bett und stützte den Kopf in die Hände. Irgendetwas lief total schief. Wenn das so weiter ging, konnten sie ihren eigenen Fußballplatz bald in der Pfeife rauchen.

Frank war ganz in seinen brütenden Gedanken gefangen, als plötzlich jemand gegen die Tür hämmerte und sie aufriss. Seine Mutter trat ein paar Schritte in den Raum und betrachtete stirnrunzelnd die Stereoanlage, aus der gerade eine aufgeregte Stimme schrie: »Alarm! Alle Mann an Deck! Den Piraten werden wir es zeigen!«

Als Frank keine Anstalten machte, die Lautstärke herunterzudrehen, drückte seine Mutter die Stopp-Taste. »Eh, spinnst du?«, fauchte Frank.

»Was ist in dich gefahren? Ich verbitte mir diesen Ton!«

»Ja, ja«, maulte er. »Nirgends hat man seine Ruhe.«

»Von Ruhe konnte ja wohl nicht die Rede sein«, schimpfte seine Mutter. »Außerdem wollte ich dir bloß sagen, dass jemand für dich am Telefon ist.«

»Ich will aber mit niemandem reden«, sagte Frank verzweifelt. »Versteht das denn keiner?«

»Oh, Gott.«, sagte Franks Mutter im Weggehen. »Du warst auch schon mal besser aufgelegt.«

»Das kann man wohl sagen«, murmelte Frank Er stellte sich gerade den überheblich grinsenden Daniel vor. Es wäre richtig schön, ihm links eine Ohrfeige zu verabreichen, und dann rechts, und dann links, und dann rechts ...

»Kommst du jetzt endlich ans Telefon?«, fragte seine Mutter ungeduldig von der Treppe her.

Frank zuckte mit den Schultern. Es konnte ja sowieso nicht mehr schlimmer kommen – dachte er. Aber das sollte ein Trugschluss sein.

Vielleicht ist es Jan, überlegte er, als er zum Wohnzimmer hinuntereilte. Doch als er den Telefonhörer abnahm und seinen Namen nannte, antwortete eine ihm unbekannte Stimme.

»Wer ist denn da?«, fragte er nach dem ersten »Hallo«.

»Was, du erkennst mich gar nicht?« Die Stimme an der anderen Seite der Leitung klang erstaunt. »Wir haben doch gerade noch miteinander gesprochen. Oben, an meiner Fußballwiese.«

»Wie, was?« Frank packte den Telefonhörer so fest, als wollte er ihn erwürgen. »Ich verstehe überhaupt nichts mehr.«

»Das hätte ich mir ja denken können«, sagte die Stimme auf der anderen Seite der Leitung. »Einer der Hellsten scheinst du nicht gerade zu sein. Schon allein, wie du auf den Jaguar meines Vaters geglotzt hast ...«

»Daniel«, krächzte Frank »Warum rufst du mich an? Willst du einen deiner ach so abgefahrenen Scherze abziehen, oder was?«

Daniel lachte. »Du verkennst die Situation, Freundchen. Jetzt bin ich am Drücker. Ich hab nämlich Karin kennen gelernt ...«

»KARIN!« Franks Herz begann plötzlich so laut und heftig zu schlagen, als wollte es ihm aus der Brust springen. »Was hast du mit ihr zu schaffen?«

»Ach, du meine Güte! Jetzt bin ich wohl voll ins Fettnäpfchen getreten, was? Aber keine Sorge, ich hab mit ihr nur über meine Wiese gesprochen.«

Franks Hände begannen vor Wut zu zittern. »Was quatschst du denn da immer die ganze Zeit von deiner Wiese? Das Ding gehört uns, kapiert?«

»Echt?« Daniel tat erstaunt. »Karin hat mir aber was ganz anderes erzählt. Sie meinte, ihr Vater hat euch die Wiese nur leihweise überlassen, solange ihr Luki vernünftig trainiert. Und da ihr das in letzter Zeit vernachlässigt habt, sieht sich ihr Vater nicht mehr an die alte Abmachung gebunden.«

Details

Seiten
90
Erscheinungsform
Neuausgabe
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783960531012
Dateigröße
886 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v318487
Schlagworte
Kinderbuch ab 8 Jahre Fußball Kinderkrimi Wilde Kerle für Jungen Freundschaft Joachim Massanek Spannung Fußball-Haie Abenteuer eBooks

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Titel: Gefahr für Coole Kicker - Band 3