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Harte Zeiten für Coole Kicker - Band 2

2016 91 Seiten

Leseprobe

Über dieses Buch:

Gute Freunde und Freundinnen und eine eigene Fußballwiese! Da macht den Coolen Kickern das Training doppelt so viel Spaß. Doch ihre Erzfeinde Eberhard und Thomy ersinnen ständig neue Pläne, um sie zu Fall zu bringen. Und dann werden auf ihrer Wiese auch noch Jagdpatronen gefunden, die einen ungeheueren Verdacht auf sie werfen. Nur gut, dass ihre neuen Freunde fest zu ihnen halten ...

„Spannend, abgedreht lustig und auch für Mädchen geeignet – die Coolen Kicker punkten in jeder Beziehung.“  FOX KIDS

Über den Autor:

Bis 1996 war Dieter Winkler Chefredakteur der erfolgreichen Computerzeitschrift CHIP. Seitdem widmet er sich ausschließlich dem Schreiben. Winkler unterhält mit spannungsladenen Kurzgeschichten und Romanen, deren Themenspektrum sich zwischen Fantasy und Internet erstreckt.

Dieter Winkler veröffentlichte bei jumpbooks auch die folgenden eBooks:

1:0 für Coole Kicker
Harte Zeiten für Coole Kicker
Gefahr für Coole Kicker
Die Coolen Kicker punkten wieder
Heißes Spiel für Coole Kicker
Freistoß für Coole Kicker
Coole Kicker im Siegesrausch

***

eBook-Neuausgabe April 2016

Copyright © der Originalausgabe 2002 by Verlag Carl Ueberreuter

Copyright © der Neuausgabe 2013 dotbooks GmbH, München

Copyright © 2016 jumpbooks. jumpbooks ist ein Imprint der dotbooks GmbH.

Alle Rechte vorbehalten. Das Werk darf – auch teilweise – nur mit Genehmigung des Verlages wiedergegeben werden.

Titelbildgestaltung: Tanja Winkler, Weichs

ISBN 978-3-96053-106-7

***

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Dieter Winkler

Harte Zeiten für Coole Kicker

jumpbooks

KAPITEL 1

»Heute Morgen schreiben wir die Deutscharbeit«, sagte Guido, als die drei Coolen Kicker den Hügel in Richtung Schule hinabstiefelten.

Das saß. Frank kickte wütend einen vereisten Schneeklumpen beiseite, der daraufhin wie ein Geschoss auf Guido zujagte.

Das war durchaus nicht als feindlicher Angriff gemeint: Schließlich waren sie alle drei ehrgeizige Fußballer, die gar nicht genug trainieren konnten. Entsprechend geschickt stoppte Guido den harten Schneeklumpen und spielte ihn zu seinem Freund zurück

»Ein bisschen Aufwärmtraining ist genau das, was ich jetzt brauche«, rief er dabei glücklich

Tatsächlich war der Schneebrocken so hart gefroren, dass er als Ballersatz geeignet war. Frank schoss ihn zu Jan weiter, den Dritten im Bund der Coolen Kicker. Sie träumten alle drei den gleichen Traum: so gute Fußballspieler zu werden, dass sie beim nächsten Vorspielen im Mai von einem Profiverein entdeckt werden würden.

Doch Frank hatte schlecht gezielt. Der Ballersatz schoss über die festgefahrene Schneedecke der Straße und knallte gegen einen Gartenzaun.

Jan kümmerte sich nicht darum. Er hatte schon einen zweiten Schneeklumpen losgetreten und spielte ihn jetzt zu Guido hinüber.

»In Deutsch habe ich sowieso keine Probleme«, lachte Guido. »Sonst könnte ich nicht die Millionenverträge verstehen, wenn ich später von einem Bundesligaverein zum nächsten wechsle.«

»Das hilft mir bei so ‘nem blöden Aufsatz auch nicht weiter«, gab Frank wütend zurück

»Du hast halt immer noch nicht kapiert, dass bei uns Rechtschreibung und nicht Linksschreibung gilt«, grinste Guido. »Aber wenn du kurze, klare Sätze zusammenkloppst und nicht die Satzstellung vermasselst, wird’s schon klappen.«

»Klaro, Professor«, sagte Frank bewusst lässig. »Am besten schreib ich auch nix von Eberhard seinem besten Kumpel, der uns heimlich hinterher glotzt.«

»Es heißt nicht: ›Eberhard seinem besten Kumpel‹, sondern ›Eberhards bestem Kumpel‹.« Guido erstarrte mitten in der Bewegung. »Du meinst doch nicht in echt Thomy?«

»Was ist das denn für ‘ne Ausdrucksweise: ›In echt‹?« Frank schüttelte in gespielter Empörung den Kopf. »Wenn du das im Aufsatz schreibst, streicht dir die Radke aber einen Fehler an – in echt!«

»Hört doch mal auf, ihr beiden«, zischte Jan. Er zertrat unachtsam den Schneeklumpen, den er gerade hatte anspielen wollen, und starrte zurück »Wenn wirklich Eberhards Kumpel Thomy hier rumschleicht, bedeutet das Ärger. Da der Typ einen ganz anderen Schulweg hat ...«

»... muss der Hirni uns wohl hier aufgelauert haben«, sagte Frank grimmig. »Und wo er ist, ist auch Eberhard nicht weit.«

Guido sah jetzt ein bisschen erschrocken aus. Das war auch kein Wunder. Schließlich war es noch nicht lange her, dass Thomy und Eberhard mit Feuerwerkskörpern die Einweihungsparty auseinander gesprengt hatten, zu der die Coolen Kicker ihre Freunde auf ihre eigene Fußballwiese eingeladen hatten.{*}

»Wir sollten besser ein bisschen aufpassen«, fuhr Frank fort »Ich würde mich nämlich nicht wundern, wenn die beiden mal wieder eine Schweinerei ausheckten!«

Zuerst jagten die Coolen Kicker aber noch ein paar Schneeklumpen über die glatte Straße. Dabei taten sie so, als würden sie schon mitten im bevorstehenden Bromberger Hallenturnier um Punkte kämpfen. Eberhard und Thomy, die ihnen beim 1. FC Wilnshagen ständig den Rang streitig zu machen versuchten, sollten vor Neid ganz grün im Gesicht werden!

Die beiden waren sowieso schon stinksauer, weil Trainer Anstetter die Coolen Kicker beim Hallenturnier bevorzugt einsetzen wollte. Daraufhin hatten sie schreckliche Rache geschworen. Wahrscheinlich war das auch der Grund, warum sie die drei Fußballasse an der nächsten Straßenecke abfingen.

»Auf sie mit Gebrüll!«, schrie Eberhard. Der kräftige Junge hatte eine ganze Ladung steinharter Schneebälle in der Armbeuge.

»In Deckung!«, brüllte Guido.

Frank und Jan duckten sich blitzschnell hinter einen alten Mercedes. »Wir brauchen unbedingt Munition«, keuchte Jan. Gleichzeitig raffte er ein paar hart gefrorene Schneebrocken zusammen.

Da waren Eberhard und Thomy auch schon heran. Wie die Verrückten feuerten sie Schneebälle auf ihre Opfer ab. Frank riss die Hände schützend vors Gesicht. Trotzdem erwischte ihn einer der Bälle direkt oberhalb der Augenbraue. Es war ein steinharter Treffer, der ihm die Tränen in die Augen trieb.

Seinen beiden Freunden erging es kaum besser. Sie brauchten Munition! Mit den Fingern gruben sie sich geradezu in den hart gefrorenen Schnee, um daraus Bälle zu formen.

Eberhard und Thomy blieben kurz vor dem Mercedes stehen und schleuderten blitzschnell einen Schneeball nach dem anderen. Ein zweiter harter Ball erwischte Frank am Kinn. Ein Dritter sauste direkt zwischen Ohr und Kapuze in seine Jacke und glitt augenblicklich an seiner Schulter entlang, um sich dort tröpfchenweise zu verflüssigen.

Es reichte! Das war keine Schneeballschlacht mehr, das war nicht viel besser, als wenn sich Eberhard und Thomy mit Knüppeln auf sie gestürzt hätten.

»Angriff!«, brüllte Frank so laut er konnte. Seine beiden Freunde reagierten sofort. Sie sprangen auf und stürzten sich ihren Angreifern entgegen.

Es wäre fraglich gewesen, wie eine Prügelei ausgegangen wäre, denn der große, kräftige Eberhard war als Schläger gefürchtet und konnte es normalerweise schon alleine mit zwei, drei kräftigen Jungen aufnehmen. Aber offensichtlich verfolgte er heute eine ganz andere Taktik. Kaum stürzten die drei Coolen Kicker auf ihre Angreifer los, da drehten er und Thomy auch schon ab und sausten blitzschnell davon.

»Bleibt stehen, ihr Feiglinge!«, schrie Jan hinter ihnen her.

Aber die beiden dachten gar nicht daran. Laut johlend liefen sie auf die nächste Querstraße zu.

Obwohl Frank Lust gehabt hätte, sie zu verfolgen und windelweich zu prügeln, blieb er bereits nach zwei Schritten stehen. »Lasst mal«, keuchte er. »Das zahlen wir denen schon irgendwie anders heim.«

»Ich will mir die Spinner aber jetzt schnappen«, fauchte Jan und machte Anstalten, im nächsten Moment wieder loszuspurten.

Frank hielt ihn am Arm zurück »Die holen wir frühestens auf dem Schulhof ein. Und was werden die Pauker wohl dazu sagen, wenn wir vor ihren Augen eine Schlägerei anfangen?«

»Ich seh gar nicht ein ...«, begann Jan.

»Frank hat aber Recht«, sagte Guido. »Eberhard will doch nur, dass wir sie verfolgen und angreifen. Dann kriegen wir noch eins auf den Deckel, dass es sich nur so gewaschen hat.«

»Aber die haben mir fast ein Auge ausgeschossen«, jammmerte Jan. »Das können wir uns doch nicht so einfach bieten lassen!«

»Das werden wir auch nicht«, versprach Frank »Wir werden es den Pappnasen heimzahlen.«

»Ich hätte da auch schon eine Idee ...«, sagte Guido nachdenklich.

Der Junge wurde nicht umsonst »Professor« genannt. Er hatte von den dreien nicht nur die mit Abstand besten Noten, sondern sprudelte auch pausenlos gute Einfälle hervor. Selbst die Sache mit ihrer eigenen Fußballwiese war seine Idee: Vor kurzem erst hatte halb Wilnshagen unter Wasser gestanden, weshalb sie keinen Platz mehr zum Trainieren gefunden hatten. Da hatte Guido den Geistesblitz gehabt, doch kurzerhand einen eigenen Fußballplatz auf einer höher gelegenen Wiese einzurichten!

Eberhard und Thomy waren fast ausgeflippt, als sie davon Wind bekommen hatten. Seitdem bekämpften sie die Coolen Kicker noch mehr – und das nicht nur mit Schneebällen.

KAPITEL 2

Guido blickte zwischen seinen beiden Freunden hin und her. »Ihr seht aus, als ob man euch zusammengeschlagen hätte. Und du kriegst bestimmt ein dickes blaues Auge, Frank«

»Das war ja auch mehr Eis als Schnee«, beschwerte sich Jan. Er fuhr sich mit der Hand in den Ausschnitt seiner Jacke und begann dort zu kratzen. »Das sind einfach solche Idioten, die beiden.«

»Stimmt.« Frank befühlte die Stelle, an der ihn der Schneeball am Kinn getroffen hatte. Sie tat nicht nur höllisch weh, sondern sie juckte auch wie wild. Er riss sich den Handschuh herunter und begann am Kinn zu kratzen.

»He, was ist denn mit euch beiden los?«, staunte Guido. »Ihr seht ja plötzlich aus wie zwei Affen im Zoo, die sich die Läuse aus dem Fell picken.«

»Die Treffer tun nicht nur fürchterlich weh, sie jucken auch wie bescheuert«, fluchte Jan.

»Na gut.« Guido kratzte sich an der Nase. »Dann werden wir uns am besten mal wieder in Richtung Schule schleppen, damit wir nicht zu spät zum Aufsatz kommen!«

Frank konnte sich nicht daran erinnern, schon jemals einen solchen Juckreiz verspürt zu haben. Vor allem dort, wo der schmelzende Schneeball an seinem Hals entlang in seine Kleidung geflossen war, juckte es unerträglich. Er zog den Reißverschluss seiner Jacke ein Stück auf und fuhr mit der Hand in den Ausschnitt seines Pullovers. Aber so sehr er auch kratzte – es half so gut wie gar nichts.

Seinen beiden Freunden schien es nicht besser zu ergehen. Selbst Guido konnte seine Hände nicht mehr von seinem Gesicht lassen. Aus den zwei Affen auf »Läusejagd« waren drei geworden. Und so wie es aussah, wurde das Kribbeln mit jeder Sekunde schlimmer statt besser.

Als sie kurz vor der Schule den Nachzüglern folgten, die wie sie selbst etwas spät dran waren, sagte Guido plötzlich »Das hätte ich diesem Schmalhirn Eberhard gar nicht zugetraut! Uns so auszutricksen.«

»Hat der Juckpulver in die Schneebälle eingebacken, oder was?«, fragte Jan, während er merkwürdige Verrenkungen vollführte, um sich gleichzeitig hinter den Ohren und am Hals kratzen zu können.

»Und was für eins«, murmelte Guido grimmig. »Der hat uns voll drangekriegt. Wir müssten eigentlich sofort nach Hause und uns abduschen ...«

»Falls das überhaupt was hilft«, stieß Frank genervt hervor.

Das Jucken brachte ihn fast um den Verstand. Das Schlimmste daran war, dass sie gleich in der ersten Stunde den Aufsatz schreiben würden.

»Können wir uns nicht einfach krank melden?«, schlug Jan vor.

»Wenn wir zu dritt vors Lehrerpult treten und uns kurz vor dem Aufsatz abmelden wollen, was glaubst du, was dann passiert?«

»Die Radke glaubt uns kein Wort«, sagte Jan unglücklich, »und macht uns mindestens drei Köpfe kürzer.«

»Eben«, nickte Guido. »Wahrscheinlich zieht sie uns auch gleich eine Note ab, wegen der dümmsten Ausrede des Jahrhunderts.«

»Und wenn wir die Wahrheit sagen?«, fragte Frank »Wenn wir ihr sagen, dass Thomy und Eberhard Juckpulver in die Schneebälle getan haben ...«

»Das gibt noch eine Note Abzug wegen der allerdümmsten Ausrede«, knurrte Guido. »Ich fürchte, es bleibt uns nichts anderes übrig, als zumindest bis zur großen Pause durchzuhalten.«

Fünf Minuten später saß Frank vor seinem aufgeschlagenen Heft. Bis jetzt hatte er keine einzige Zeile zu Papier gebracht. Zum Aufsatzthema »Mein größtes Rodelabenteuer« wollte ihm beim besten Willen nichts einfallen außer der Schilderung einer Schneeballschlacht, bei der eine ganze Wagenladung Juckpulver mit im Spiel war.

»Guido, Jan, Frank! Was ist eigentlich mit euch los?«, schimpfte die Radke. »Hört doch auf, euch wie die Halbaffen zu kratzen – und fangt endlich damit an, eure Aufsätze zu schreiben.«

Ein paar Kinder kicherten, bis ein strenger Blick der Lehrerin sie zur Ruhe brachte.

»Könnte ich mal austreten, Frau Radke?«, fragte Jan leise.

Die Lehrerin sah in fassungslos an. »Während eines Aufsatzes? Was ist denn bloß in dich gefahren?«

Frank wäre am liebsten unter die Bank gekrochen. Doch stattdessen legte er den Füllfederhalter beiseite und fuhr sich mit der rechten Hand wieder in den Pulloverausschnitt, um den schlimmsten Juckreiz wegzukratzen.

Eberhard lachte laut und fast die Hälfte ihrer Mitschüler schloss sich ihm an.

»Wenn ihr drei nicht gleich mit eurem Affenzirkus aufhört«, drohte die Radke, »dann bekommt ihr einen Eintrag ins Klassenbuch.«

Die Radke hat doch ein Rad ab, dachte Frank empört, die weiß gar nicht, worum es geht!

Aber es blieb ihm nichts anderes übrig, als seinen Zorn für sich zu behalten. Mit einer geradezu übernatürlichen Willensanstrengung zog er seine Hand zurück und packte den Griff seines Füllers, als wollte er ihn erwürgen. Dann endlich schrieb er seinen ersten Satz:

Es bekan miet ainer Schnepallschlachtt

KAPITEL 3

Nach Eberhards Juckangriff beriefen die Coolen Kicker eine große Versammlung ein. Mit zum innersten Kern gehörten die Sendlergeschwister Luki und Karin sowie Franks Schwester Jacki. Sie alle versammelten sich im Klubhaus der Coolen Kicker, das direkt am Wald am Rand einer einsamen Wiese stand – ihrer eigenen Fußballwiese.

»Juckende Schneebälle?« Jacki kicherte. »So einen Blödsinn habe ich noch nie gehört!«

»Mach dich nur über uns lustig«, maulte Jan. »Aber ich hätte dich mal sehen wollen, nachdem dir Juckzeug den Rücken runtergelaufen ist.«

»Ich glaub, ich krieg deswegen eine Sechs im Aufsatz«, sagte Frank düster. »So, wie das die ganze Zeit gejuckt hat, war es ein Wunder, dass ich überhaupt noch meinen Namen schreiben konnte.«

»Geht mir ganz genauso«, nickte Jan. »Meine Eltern machen mich platt, wenn ich diesmal nicht wenigstens eine Vier mit nach Hause bringe. Aber wenn das mal kein Sechser wird ...«

»Regt euch nicht auf«, sagte Guido. »Das zahlen wir den Heinis schon heim.«

»Du hast gut reden«, fauchte Jan. »Du kassierst wahrscheinlich trotz der Juckerei ‘ne satte Eins.«

»Glaub ich kaum«, sagte Guido ruhig. »Ich würde mich nicht wundern, wenn das eine Themaverfehlung wäre.«

»Schule, Schule, Schule!« Karin, die Älteste im Freundeskreis der Coolen Kicker, schüttelte den Kopf. »Könnt ihr vielleicht auch mal von was anderem quatschen?«

»Ja«, sagte Jan, »von Fußball. Habt ihr gehört, was der Bayern-Trainer letztes Wochenende abgelassen hat?«

»Du meinst von wegen den Spielen im Winter und so?« Frank nickte heftig. »Ich find es jedenfalls echt geil, dass wir in unserem Landkreis dieses Hallenturnier haben. Wenn wir da gut abschneiden, haben wir schon mal eine gute Ausgangsposition für den Sichtungslehrgang im nächsten Frühjahr.«

»Genau. Und vergesst nicht: Wenn wir bei dem Lehrgang Eindruck machen, verpflichten die uns vielleicht direkt bei Bayern oder einem anderen Profiverein!«

Karin schüttelte entschieden den Kopf. »Daraus wird nichts.«

»Wie?!?«, schrie Jan empört.

Frank gab sich Mühe, böse zu schauen – was ihm aber nicht so recht gelingen wollte, da er eine gewisse Schwäche für das Mädchen mit dem frechen Kurzhaarschnitt hatte.

Guido kannte dagegen keine Hemmungen. Er tippte sich an die Stirn. »Du weißt doch, wie gut wir spielen!«

»Eben deswegen. Denn das weiß Eberhard auch. Und nachdem ihr im letzten Vereinsspiel ein 1 : 0 für die Coolen Kicker rausgeholt habt, wird er sich was ganz besonders Gemeines ausdenken.«

»Das soll der Hirni mal ruhig versuchen«, drohte Jan. »Der kann uns nämlich gar nichts! Weil wir viel besser spielen als er und Thomy.«

»Mag ja sein«, lenkte Karin ein. »Aber was, wenn er vor einem Spiel eure Trikots mit Juckpulver tränkt?«

Frank wurde ganz bleich. »Du meinst, dass das heute nur so eine Art Testlauf von ihm war?«

»Könnte doch sein, oder?«

»Wenn der uns unsere Chance vermasselt, einen Profiverein oder die Auswahlmannschaft zu erreichen ...« Jan richtete sich auf seinem Holzstuhl auf und tat, als ob er Luki packen und erwürgen wollte.

»He, spinnst du?«, schrie der mit Abstand Jüngste von ihnen. Er tauchte unter Jans zupackenden Händen weg und suchte hinter seiner großen Schwester Schutz.

»Ich bin doch nicht Eberhard«, protestierte er.

»Dein Glück«, sagte Jan in düsterem Tonfall. »Denn sonst könntest du ...«

»Lass doch den Quatsch«, sagte Guido. »Wir sollten lieber überlegen, wie wir dem Großmaul Eberhard einen Strich durch die Rechnung machen können!«

Das mit dem Überlegen erwies sich als nicht ganz so einfach. Zwar steigerte sich vor allem Jan in besonders gemeine Rachefantasien hinein. Aber etwas wirklich Brauchbares war leider nicht dabei.

»He, Guido, altes Haus, was ist eigentlich mit dir?«, fragte Frank schließlich. »Du bist doch sonst immer der erste, der eine Idee nach der anderen hervorsprudelt.«

»Ich brüte ja schon«, grinste Guido. »Und es könnte sein, dass dabei statt eines Kükens eine Überraschung herauskommt.«

»Was denn für eine?«, bohrte die schwarzhaarige Jacki nach.

Sie lächelte Guido so zuckersüß an, dass dem Coolen Kicker plötzlich ganz heiß wurde. Denn so wie sich Frank zu Karin hingezogen fühlte, erging es ihm mit Jacki

»Eh.« Er riss den Kragen seines Sweatshirts nach unten, als würde er schwitzen. Das war erstaunlich, denn das Thermometer zeigte in der ungeheizten Hütte mickrige sechs Grad.

»Macht ihr erst mal.« Er wedelte auffordernd mit der rechten Hand. Das bekam dem vor ihm stehenden Limoglas schlecht, denn er erwischte es und fegte es kraftvoll vom Tisch.

Die Limo ergoss sich über Jackis Winterjacke, das Glas fiel ihr in den Schoß.

»Hopsala!«, machte Karin. »An dir ist ein Handballer verloren gegangen.«

Jacki starrte schweigend auf das Glas, nahm es dann und stellte es auf den Tisch. »Vielleicht hättest du mal ein Tuch!«, sagte sie eisig.

Guido bekam einen knallroten Kopf. »Natürlich«, krächzte er, während er in der Tasche seiner dicken Winterhose herumsuchte. »Hier!«

Jacki starrte mit schräg gelegtem Kopf auf das Papiertaschentuch in seiner Hand.

»Du willst mir doch wohl nicht im Ernst ein dreckiges Taschentuch anbieten, oder?«

»Das ist nicht ... dreckig«, stotterte Guido. »Nur ein bisschen ... verknickt.«

»Na gut.« Jacki riss ihm das Taschentuch förmlich aus der Hand und begann damit an ihrer Jacke und Hose herumzurubbeln. »Aber eins sag ich dir«, fauchte sie dabei, »klecker demnächst lieber Eberhard voll anstatt mich!«

KAPITEL 4

Frank kniff die Augen zusammen, als sie die Hütte verließen und auf ihre von dichten Baumreihen eingerahmte Fußballwiese hinaustraten.

Es war ein heller, sonniger Nachmittag und im Vergleich zum klirrend kalten Morgen fast frühlingshaft warm. Das kurz geschnittene Gras war von einer dünnen Schneeschicht bedeckt, die das helle Licht der bereits tief stehenden Sonne fast schmerzhaft spiegelte.

»Schade, dass wir nur auf dem halben Platz spielen können«, bedauerte Frank

Jan grinste anzüglich. »Jetzt, wo Schnee drauf liegt, sieht man gar nicht, dass ein Teil des Spielfelds kahl ist wie die Glatze meines Onkels Theo.«

»Dein Onkel benutzt aber wohl kaum einen Trecker mit angehängtem Pflug zur Haarpflege, oder?«

Jan lachte. »Nein. Und er sucht auch nicht mitten in der Nacht alte Revolver in seinen Haaren.«

»So wie Wenzel es gemacht hat«, kicherte Jacki.

»Der hat doch nicht in Onkel Theos spärlichem Resthaarwuchs gesucht«, platzte Jan heraus, »sondern auf unserem Platz!«

Selbst Guido konnte jetzt nicht mehr anders, als in das Gelächter mit einzufallen.

Jacki hielt sich regelrecht den Bauch vor Lachen. »Irgendwie wahr ... Wenzel hätte seinen Trecker auch kaum auf Onkel Theos Glatze draufgebracht.«

»Nur schade«, ergänzte Karin, »dass er sich dafür ausgerechnet euren Fußballplatz ausgesucht und ihn dabei halb umgepflügt hat.«

»Womit wir zu meiner Überraschung kämen«, feixte Guido. »Haltet euch bloß fest – denn es hat genau mit Wenzels Treckerfahrt auf Onkel Theos Glatze, eh, ich meine, auf unserem Platz zu tun.«

»Wie denn jetzt das?«, fragte Jan.

Guido nahm die Pose eines großen Regisseurs ein, der ein ganzes Filmteam herumkommandiert. »Also erst einmal«, sagte er, »müssen die Tore da weg.«

Er deutete auf die zwei alten Holztore, die sie im Abstand von neunzig Metern auf der Wiese aufgebaut hatten. Dabei wedelte er so ungestüm mit den Händen in ihre Richtung, als könnte er sie dadurch umwerfen.

»Klasse Überraschung«, spottete Jacki. »Und ich nehme an, als Nächstes willst du dann auch noch unser Klubhaus abreißen.«

»Quatsch doch nicht dämlich.« Guido schüttelte entschieden den Kopf. »Wir drehen die Tore einfach um.«

Jacki und Karin lachten laut auf, während die Jungen etwas verdattert guckten.

»Willst du etwa gegen die Torrückseiten spielen?«, kicherte Karin.

»Sehr spaßig«, antwortete Guido würdevoll. »Ich meine natürlich ganz was anderes. Wir setzen die Tore einfach im rechten Winkel um: anstatt längs spielen wir dann quer auf der Wiese. Breit genug ist sie ja.«

»Vielleicht können wir ja die Wiese drehen«, prustete Jan los, »statt mühsam die Tore umzusetzen.«

Guido blickte ihn etwas enttäuscht an. »Du nimmst mich nicht ernst«, stellte er fest.

»Stimmt«, lachte Jan. »Einen größeren Blödsinn hab ich ja wohl noch nie gehört! Die Tore umsetzen! Weißt du eigentlich, wie viel Arbeit das ist?«

»Natürlich weiß ich das. Das ist ja gerade meine Überraschung.«

»Du hast heute eine Menge Überraschungen auf Lager«, meinte Jacki trocken. »Erst schüttest du mir Limo über die Jacke. Und dann willst du tatsächlich, dass wir die schweren Holztore wieder abbauen, nur weil du quer über die Wiese spielen willst.«

»So blöd ist das gar nicht«, überlegte Frank »Dann müssen wir jedenfalls nicht auf Onkel Theos Glatzenstelle spielen!«

»Onkel Theos Glatzenstelle!« Jan bekam einen regelrechten Lachkrampf. »Das ... ist gut. Das muss ich unbedingt ... meinem Onkel erzählen.«

Nach dem ersten Heiterkeitsausbruch begriffen die Coolen Kicker, dass es Guido durchaus ernst war mit seinem Vorschlag. Es kam sogar noch ärger.

»Ich war heute nach der Schule beim alten Wenzel«, sagte er. »Der will uns helfen, die Tore abzubauen.«

»Das kann ich mir vorstellen«, neckte ihn Jacki. »Nachdem er euren Platz mit dem Pflug verwüstet und sich auch mal nachts mit der Säge an einem Torpfosten zu schaffen gemacht hat, will er jetzt sein Zerstörungswerk vollenden ...«

Guido winkte ab. »Das war doch damals eine ganz andere Geschichte. Es tut ihm mittlerweile auch alles ganz schrecklich Leid und blablabla ...«

»Ja, blablabla«, nickte Jan. »Das ist genau das, was du jetzt die ganze Zeit von dir gibst. Der Wenzel hat doch einen gehörigen Dachschaden. Außerdem hatte er uns versprochen, als Entschädigung ein rauschendes Fest auszurichten. Und was ist damit? Das war doch auch nur blablabla.«

»Das holt er nach«, versicherte Guido. »Sobald er zusammen mit uns die Tore umgedreht hat.«

»Fängst du schon wieder damit an«, stöhnte Jan. »Langsam find ich das gar nicht mehr lustig.«

»Ich aber schon«, kicherte Jacki. »Wenn ihr so weiter macht mit dem Umbauen, werdet ihr später bestimmt tolle Bauarbeiter. Nur aus dem Fußballspielen wird wohl nichts werden.«

»Ich helfe aber mit«, versicherte Luki. »Dann sind wir ganz schnell fertig.«

»Na klar, du Knirps ... eh, ich meine, danke für das Angebot.« Jan kratzte sich verlegen am Kopf, wobei er bemüht war, Karins Blick auszuweichen. Er wusste, dass sie es ganz und gar nicht leiden konnte, wenn jemand auf ihren kleinen Bruder einhackte.

»Ich bin dir wohl nicht gut genug zum Helfen, was?«, plusterte sich Luki auf.

Der jüngste Spross der Familie Sendler war eigentlich ganz in Ordnung. Er konnte ja nichts dafür, dass sein Vater die Coolen Kicker dazu »überredet« hatte, ihn mittrainieren zu lassen – als Gegenleistung für die kostenlose Nutzung der Wiese.

Trotzdem machte Jan keinen Hehl daraus, dass er den Achtjährigen manchmal nicht richtig ernst nahm.

»Wenn wir hier noch länger rumstehen, frieren wir fest«, sagte Frank »Was haltet ihr von einer kleinen Runde Fußball?«

Das ließen sich seine Freunde nicht zweimal sagen. Angesichts der frischen und noch immer etwas juckenden Erinnerung an die Niederlage, die sie am frühen Morgen hatten einstecken müssen, drehten sie beim Spielen so richtig auf.

Auch Luki legte sich mächtig ins Zeug. Kaum hatte das Spiel begonnen, jagte er wieselflink an Frank vorbei und nahm Guido mit erstaunlichem Geschick den Ball ab.

»Sieh dir mal diese Milchtüte an«, sagte Jan voll widerwilliger Anerkennung. »Der hat echt was gelernt bei seinem Wichteltraining.«

»Das ist ja auch kein Wunder, wenn er öfters mit uns rumbolzen darf, oder?«, lachte Frank »Aber, hoppla ...«

Das runde Leder donnerte jetzt in seine Richtung. Frank fuhr unter den Ball und jagte ihn an Jan vorbei zu Guido, der ihn sofort an Jacki weitergab. Franks Schwester kickte wie die Jungs beim 1. FC Wilnshagen, aber sie war nicht so fußballvernarrt wie sie.

So war es auch kein Wunder, dass sie nach zehn Minuten abwinkte. »Lasst mal gut sein für heute«, schnaufte sie. »Es ist mittlerweile auch schon fast dunkel.«

»Okay«, nickte Guido. »Aber ich will noch eine Kleinigkeit mit euch besprechen. Von wegen des Fests und so.«

Frank kniff die Augen zusammen. »Muss das wirklich heute sein?«

»Warum nicht heute?«

»Ich weiß nicht ...« Frank biss sich auf die Unterlippe. Er hatte irgendwie ein ganz blödes Gefühl. So, als würde heute noch etwas Schreckliches passieren ...

KAPITEL 5

Guido sprühte mal wieder geradezu vor Begeisterung. Wie ein Feuerwerk schoss er seine Ideen ab, ließ einen Einfall dem anderen folgen. Er wollte nicht nur den Fußballplatz in kürzester Zeit wieder in Form bringen, sondern hatte auch vor, ganz nebenbei ihr Klubhaus zu verschönern.

»Es wäre doch gelacht, wenn wir ›Oma ihr altes Häuschen‹ nicht wieder in Form bringen könnten«, grinste er.

Jan warf ihm einen giftigen Blick zu. »Fang nicht schon wieder an, auf meinem angeblich schlechten Deutsch herumzureiten.«

»Tu ich doch gar nicht«, sagte Guido unschuldig. »Nach diesem Juckangriff heute Morgen bin ich nur etwas großzügiger geworden. Ob ›Omas Häuschen‹ oder ›Oma ihr altes Häuschen‹ – das ist doch ganz egal. Hauptsache es sieht schön aus.«

»Aber ich hab echt keinen Bock drauf, mich auch noch als Maler zu betätigen.«

So ging es eine ganze Weile hin und her. Die 12-Volt-Deckenlampe, die von einer alten Autobatterie gespeist wurde, verbreitete ein schummriges Licht. Und trotz der Kälte war es eigentlich irre gemütlich, hier herumzuhocken, Kekse zu knabbern und sie mit Limo herunterzuspülen.

»O Mann, verdammt!«, rief Jacki plötzlich.

»Was ist denn?«, fragte Frank alarmiert

»Schau mal auf die Uhr«, stieß Jacki aufgeregt hervor. »Wir sollten schon seit einer Stunde zu Hause sein.«

Die anderen starrten erschrocken durch das kleine Fenster nach draußen. Es war bereits stockfinster.

»Verschärft«, meinte Frank »Da haben wir uns echt verquasselt.«

»Also nichts wie los.« Jan sprang auf. »Meine Alten machen mich rund.«

»Aber wieso haben sie denn nicht angerufen?«, fragte Jacki, während sie Jans Beispiel folgte.

»Hat denn einer von euch ein Handy dabei?«, fragte Guido. »Ich nämlich nicht.«

Die anderen schüttelten ihre Köpfe. Dabei hatten sie ihren Eltern fest versprochen, immer per Handy erreichbar zu sein, wenn sie auf ihrem eigenen Fußballplatz herumtobten. Dementsprechend groß würde das Donnerwetter ausfallen, wenn sie nach Hause kamen.

Sie ließen alles stehen und liegen und stürzten aus der Hütte. Guido fischte den Schlüssel aus der Jackentasche und schloss zweimal ab.

»Stockfinstere Nacht«, schimpfte Jacki »Das hätte uns wirklich nicht passieren dürfen. Mensch, Guido, warum musst du einen auch immer so zulabern.«

»Aber ich ...«

Ein dumpfer Knall zerriss die abendliche Stille. Die Coolen Kicker zuckten erschrocken zusammen.

»Wenn das jetzt wieder Eberhard ist, der hier mit Feuerwerkskörpern um sich schmeißt ...« Guido ließ den Rest des Satzes unbeendet. Aber die anderen wussten auch so, was er meinte.

Es war noch gar nicht lange her, dass Eberhard und Thomy ihr Einweihungsfest mit Chinakrachern auseinander gesprengt hatten – und nach seinem Schneeballangriff heute Morgen konnte es durchaus sein, dass die beiden einen neuen Großangriff wagten.

Es donnerte ein zweites Mal, diesmal näher und lauter und so ganz anders, als man es von Feuerwerkskörpern erwarten durfte.

»Das sind Schüsse«, flüsterte Karin entsetzt. »Irgendjemand ballert hier wild in der Gegend rum.«

Die anderen starrten sie fassungslos an, als würden sie gar nicht begreifen, was sie damit sagen wollte.

»Hat wirklich niemand von euch ein Handy dabei?«, fragte Guido schließlich leise.

Seine Freunde schüttelten beklommen die Köpfe. Das, was Karin für Schüsse hielt, war aus dem Wald hinter dem Klubhaus gekommen.

»Wir sollten ganz schnell auf unsere Räder steigen und verschwinden«, flüsterte Karin. »Ich möchte nicht über jemanden stolpern, der hier Schießübungen veranstaltet.«

»Quatsch doch nicht dämlich«, widersprach Jan. »Das sind keine Schüsse. Das sind nur wieder Eberhard und Thomy, die uns erschrecken wollen. Aber wartet hier, ich schnappe mir die beiden.«

Bevor ihn die anderen zurückhalten konnten, jagte er los.

»Der ist doch durchgeknallt«, sagte Karin entsetzt. »Ihr Städter habt vielleicht kein Ohr dafür, aber ich bin ganz sicher, dass das Schüsse waren!«

Wie zur Bestätigung ihrer Worte knallte es erneut. »Mensch, da ballert tatsächlich jemand rum!«, rief Guido erschrocken. »Also komm, Frank, sehen wir zu, dass wir Jan zurückholen.«

»Ich komme mit«, stieß Karin hastig hervor. »Ich kenn doch den Wald hier besser als jeder von euch.«

»Und wer bleibt bei Jacki?«, gab Guido zurück

Die Frage erübrigte sich, denn das schwarzhaarige Mädchen wirbelte auf dem Absatz herum und stürmte Jan hinterher.

»Auch das noch«, stöhnte Guido. »Zwei Idioten.«

Frank und Karin liefen Jacki sofort nach, sodass Guido nichts anderes übrig blieb, als ihnen auch schnellstmöglich zu folgen.

Fast gleichzeitig erreichten die vier den Waldrand.

»Jan ist bestimmt den Pfad hier runter«, sagte Karin und deutete nach rechts.

Es blieb ihnen keine Zeit für Diskussionen. Obwohl die Dunkelheit im Wald wie ein undurchsichtiges Tuch über sie fiel, rannte Karin mit erstaunlicher Geschwindigkeit weiter. Zweige und Laub knackten und raschelten unter ihren Füßen und doch war sie viel leiser als ihre Freunde, die wie eine durchgegangene Büffelherde den Waldweg entlangtrampelten.

Frank konnte sich nicht daran erinnern, schon jemals vorher so aufgeregt gewesen zu sein. Jan hatte mit seinem Alleingang nicht nur sich selbst in Gefahr gebracht, sondern auch Jacki und alle übrigen. Wenn deswegen seiner Schwester oder Karin auch nur das Geringste zustieß, konnte Jan sich auf etwas gefasst machen ...

Mitten in seine aufgewühlten Gedanken krachte erneut ein Schuss. Karin blieb so abrupt stehen, dass er fast in sie hineingestolpert wäre.

»Der Schuss kam von links«, keuchte Karin. »Es könnte sein, dass wir in die falsche Richtung gelaufen sind.«

»Und trotzdem könnte Jan hier lang sein«, stieß Frank hervor.

Details

Seiten
91
Erscheinungsform
Neuausgabe
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783960531067
Dateigröße
910 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v318488
Schlagworte
Kinderbuch ab 8 Jahre Fußball Kinderkrimi Wilde Kerle für Jungen Freundschaft Joachim Massanek Spannung Fußball-Haie Abenteuer eBooks

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Titel: Harte Zeiten für Coole Kicker - Band 2