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DIE SCHWERTER - Band 8: Blutiger Sand

2016 64 Seiten

Leseprobe

Über dieses Buch:

Lovos, die östliche Stadt des Reiches, ist nicht nur für ihr raues Klima bekannt, sondern auch für die blutigen Kämpfe, die dort in der Arena stattfinden. Dante, Mel und Bross haben einen ganz anderen Grund, warum sie in die Stadt wollen – doch der einzige Weg ist es, sich als Gladiator freiwillig zu melden. Widerstrebend bereiten die Freunde sich auf den Kampf vor, auch wenn dies bedeutet, sich der Willkür des Spielemachers zu unterwerfen. Und bei dem handelt es sich um einen Mann, dem niemand trauen sollte, dem sein Leben lieb ist …

Abenteuer, Gefahren, coole Sprüche und jede Menge Action: ein rasantes High-Fantasy-Lesevergnügen!

Über den Autor:

Thomas Lisowsky wurde 1987 in Berlin geboren. Er studierte Germanistik, Geschichte und Philosophie, bevor er als Autor bei einer Berliner Entwicklerfirma für Computerspiele arbeitete. 2009 wurde er mit dem ZEIT-Campus-Literaturpreis ausgezeichnet.

Bei jumpbooks veröffentlichte Thomas Lisowsky bereits den Roman Magie der Schatten. Seine Serie DIE SCHWERTER umfasst die folgenden Einzelbände:

DIE SCHWERTER – Erster Roman: Höllengold

DIE SCHWERTER – Zweiter Roman: Drachenblut

DIE SCHWERTER – Dritter Roman: Duell der Klingen

DIE SCHWERTER – Vierter Roman: Hexenjagd

DIE SCHWERTER – Fünfter Roman: Schwarzer Turm

DIE SCHWERTER – Sechster Roman: Verbotenes Wissen

DIE SCHWERTER – Siebter Roman: Feuerteufel

DIE SCHWERTER – Achter Roman: Blutiger Sand

DIE SCHWERTER – Neunter Roman: Dämonenzorn

Lernen Sie Thomas Lisowsky im Internet kennen – auf seiner Homepage (www.thomaslisowsky.com) und bei Facebook (https://www.facebook.com/thomas.lisowsky.8).

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eBook-Neuausgabe April 2016

Copyright © der Originalausgabe 2014 dotbooks GmbH, München

Copyright © 2016 jumpbooks Verlag. jumpbooks ist ein Imprint der dotbooks GmbH, München.

Alle Rechte vorbehalten. Das Werk darf – auch teilweise – nur mit Genehmigung des Verlages wiedergegeben werden.

Titelbildgestaltung: Nele Schütz Design, München, unter Verwendung von Motiven von shutterstock.com (greglith, Unholy Vault Designs, Atelier Sommerland, Algol)

eBook-Herstellung: Open Publishing GmbH

ISBN 978-3-96053-154-8

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Thomas Lisowsky

DIE SCHWERTER
Blutiger Sand

Achter Roman

jumpbooks

Kapitel 1

Es war ungewohnt hell. Der Sandstein der Arena warf das wenige Licht zurück, das den Weg durch die Wolken fand. Viele Stufen des gigantischen Bauwerks waren geborsten und an manchen Stellen so zerstört, dass die Ränge nur noch schräg verliefen.

»… erhoffen uns, dass die Spiele auch dieses Jahr wieder die Kasse füllen werden …« Die Stimme des hohen Magistrats, der Tristan durch das Bauwerk führte, war einschläfernd monoton – im Gegensatz zu seinem farbenfrohen Äußeren, einer purpurnen Toga, besetzt mit goldenen Pailletten, darüber ein türkiser Mantel. Tristan fragte sich, aus dem Fell welchen Tieres er wohl gefertigt worden war.

»… hier ist der Platz der unteren Räte, dort der der oberen …« Der Magistrat wies auf einen mit einem dunklen Baldachin versehenen Bereich.

Am oberen Ende stand ein Thron aus Sandstein. Ein Steinmetz hatte aus den Armlehnen Löwenköpfe herausgemeißelt, so dass es aussah, als hätte derjenige, der dort Platz nahm, seine Hände auf den Nacken zweier zahmer Bestien liegen.

Tristan erklomm die Ränge mit großen Schritten in Richtung des Throns, die Stimme des Magistrats noch immer im Ohr. »… gegenüber der Tore zum Verlies unten in der Arena …«

Er packte einen der Löwenköpfe, zog sich daran hoch und nahm auf dem Thron Platz. Der Stein war kalt, aber das kannte er schon von einem anderen Thron.

Der Magistrat folgte ihm jetzt umständlich über die Treppen zwischen den Rängen. Er räusperte sich laut. »Nun, und das dort, das ist der Platz des hohen Magistrats. Mein Platz.«

Tristan rückte hin und her. »Schade, dieses Jahr werdet Ihr Euch wohl einen anderen Platz suchen müssen.«

Der Magistrat hüstelte. »Wie meinen?«

»Sicher ist auch auf den oberen, unteren, mittleren und den ständigen Räten noch etwas frei.«

Der Blick von hier war tatsächlich gut. Man sah die Tore, aus denen links und rechts die Gladiatoren einzogen, und überblickte die gesamte Länge des ovalen Kampfgrunds. Der Sand war hoch aufgeschichtet – um das Blut besser aufzunehmen, wie er gehört hatte.

»Herr … für gewöhnlich ist das Triumvirat hier nie in Erscheinung getreten und hat den weltlichen Dienern der Stadt das Schauspiel überlassen.«

»Jaja, für gewöhnlich. Das ist jetzt vorbei, falls ihr das noch nicht daran gemerkt habt, dass die Köpfe des Triumvirats nicht mehr auf den Hälsen sitzen.«

Wieder hüstelte der Magistrat und strich sich über seine mit Fett hochgekämmte Stirnlocke. »Falls Ihr die Aussicht von hier genießen wollt, bin ich sicher, dass wir für einen geeigneteren Platz sorgen können.«

Tristan tätschelte die Köpfe der Löwen. »Ich denke, es ist sinnvoller, wenn ich diesen Platz übernehme. Denn wenn ich Änderungen an den Regeln vornehmen muss, weil die Situation es erfordert, werde ich von hier aus am besten wahrgenommen.«

»Änderungen an den … Regeln?«

Tristan nickte. »Stört Euch das?«

»Nun, nein, Herr, aber …«

Der Magistrat zögerte, und in diesem Moment erklomm hinter ihm ein Junge die Stufen.

Tristan lächelte. »Endlich.«

Der Magistrat verfolgte mit offenem Mund, wie Mio die letzten Meter herausgerannt kam. »Bitte, Herr, entfernt dieses Kind! Vor dem Vollenden des vierzehnten Lebensjahrs ist es Kindern nicht gestattet, die Arena zu betreten.«

»Seht Ihr, da ist schon die erste Regel, die ich ändern muss, und das Turnier hat noch nicht einmal begonnen.«

Der Magistrat zog ein weißes Spitzentaschentuch aus seinem Mantel und tupfte sich damit die Stirn ab. »Herr, ich muss Euch sehr bitten. Ich weiß, Ihr seid erst kürzlich an Eure Position gelangt, und gerade dann häufen sich die Gedanken an Neuerungen, Verbesserungen –«

»Ja?«

Der Mann hüstelte. »Und doch muss ich Euch bitten, die Angelegenheiten in der Arena den weltlichen Würdenträgern zu überlassen.«

»Bitten könnt Ihr mich wohl, doch leider muss ich Eure Bitte abschlagen.«

Tristan rückte sich auf dem Thron zurecht, so dass Platz war für fast einen ganzen weiteren Mann. Offensichtlich war der Sitz nicht für ranke und schlanke Menschen entworfen worden. Er gab Mio mit der Hand ein Zeichen. Der Junge schwang sich über die Lehne des Stuhls und nahm neben ihm Platz.

Der Magistrat verfolgte das alles mit unstetem Blick und bebenden Lippen. »Das … das kann ich nicht glauben.«

Tristan lächelte. »Und ich habe dereinst nicht an die Magie der unsichtbaren Klingen geglaubt. Aber ich habe an mir gearbeitet.«

Er fuhr mit einem Finger durch die Luft, und die Hälfte des Spitzentaschentuchs segelte zu Boden. Der Mann wich zurück, starrte Tristan an, dann wandte er sich um und ging mit schweren Schritten davon.

»Was wird er jetzt tun?«, fragte Mio.

»Im besten Fall schmollt er daheim. Vielleicht heuert er aber auch einen Attentäter an, der mich über die Klinge springen lassen soll. Oder er zettelt eine Intrige an mit falschen Beweisen, bestochenen Zeugen und bedrohten Richtern.«

»Aber er weiß nicht, dass dich niemand besiegen kann.«

Tristan lächelte. »Dein Vertrauen ehrt mich.«

Mio rutschte auf dem Sitz herum und sah ihn an. »Wolltest du mir nicht etwas zeigen?«

»Ich …« Sein Hals wurde trocken. »Ja. Später. Ich zeige es dir schon noch, keine Sorge.«

Mio nickte. »Und was machen wir jetzt?«

Tristan atmete innerlich auf, legte einen Arm um ihn und blickte hinab auf den leeren Kampfplatz der Arena.

»Wir warten«, sagte er.

Kapitel 2

»Niemand darf mehr die Stadt betreten.« Der Torwächter sprach, als zitiere er aus einem religiösen Werk, und nicht wie die Wächter anderer Städte, die meist herumpöbelten wie Trunkenbolde. Dieser trug schwarzen Lidschatten und einen schwarzen Mantel statt einer Rüstung, und anstelle einer Hellebarde hielt er eine seltsame, vielzackige Klinge an einem Stab in der Hand.

Dante stand an der Spitze ihres Vierertrupps. »Und wann ändert sich dieser für eine Stadt sehr ungewöhnliche Zustand?«

Ein Wächter. Es war tatsächlich nur ein Wächter vor dem ganzen, riesigen Stadttor aus dunklem Stein. »Nach den Spielen.«

Dante strich seinen Mantel zurück und offenbarte Eris’ Degen. Den Säbel hatte er im brennenden Haus in Landsend verloren. »Wir können also nicht mehr mitkämpfen?«

Der Wächter zeigte keine Regung. »Jeder kann mitkämpfen, auch jetzt noch. Allerdings nur drei von euch. Und ich brauche einen Namen.«

Dante drehte sich um. Mit so etwas hatte er nicht gerechnet. Drei, nicht vier. Bross strich sich gedankenverloren über die Fingerknöchel. Für ihn war völlig klar, dass er dabei sein würde. Vielleicht hatte er auch nur nicht zugehört.

Mel blickte Dante auffordernd an, als erwartete sie von ihm eine Entscheidung.

»Ihr geht«, sagte Tivis leise. Sie verbarg ihr rotes Haar unter einer Kapuze, die Schatten über ihr Gesicht warf. »Ich finde einen anderen Weg in die Stadt, und wenn ich dabei umkomme.«

Tivis war klug. In einer anderen Welt hätte sie ihre eigene Truppe von Kämpfern angeführt, aber diese Welt hatte ihr ihre Hand genommen und den Mann, den sie liebte. Er wusste nicht, was zwischen ihr und Eris gewesen war, wohl aber, durch was es ersetzt worden war: kalten, unerbittlichen Zorn.

»Die Schwerter«, sagte er zu dem Wächter, und der wich zur Seite, um ihnen Platz zu machen.

Hinter den Mauern standen zwei weitere dunkel gewandete Männer mit gezackten Stabklingen. Ohne ein weiteres Wort nahmen sie ihn, Bross und Mel in ihre Mitte.

Tivis blieb zurück. Dante schenkte ihr ein Lächeln, und sie nickte grimmig.

***

Lovos war die östlichste Stadt des Reiches, und das merkte man. Die Menschen, die ihnen entgegenkamen, trugen trotz der Kälte lange, weite Gewänder. Und hier umrandeten die Männer ihre Augen mit dunkler Schminke statt der Frauen.

Die Häuser waren nur zwei Manneslängen hoch, und selten hatte mehr als eine Familie darin Platz.

Jetzt marschierten sie auf das groteske Gegenstück zu all diesen bescheidenen Heimen zu: die Arena. Ihre Außenwand schien direkt aus dem Fels gehauen worden zu sein, uneben und voller Zacken und Spitzen. In der Höhe mochte die Außenwand fünfzig Meter messen, an manchen Stellen siebzig, wo die Felszacken aufragten und die Arena wie einen Kessel umschlossen. Ein so gewaltiger Fels gehörte nicht einmal in diese fremdartige Stadt, sondern in die Wildnis. Aber wahrscheinlich war er aus genau diesem Grund hier – er sollte die Wildheit der Arena abgrenzen vom gewöhnlichen Leben der Stadt.

Dante verlangsamte seine Schritte. Die beiden Stadtwächter behielten ihre Geschwindigkeit bei.

»In Ordnung«, sagte er, »den Rest finden wir allein.«

»Nein«, antwortete der eine Wächter schlicht.

»Kämpfern ist der Aufenthalt in der Stadt nicht gestattet«, sagte der andere. »Ihr dürft euch nur innerhalb der Mauern der Arena aufhalten, wie alle anderen Teilnehmer der Spiele auch.«

Dante blickte von einem zum anderen. Die umschminkten Augen waren kalt und ohne jede Wärme, und er schauderte unwillkürlich. Im selben Moment begriff er, dass Widerworte sinnlos waren. Gewöhnliche Wächter führten ihre Befehle blind aus, aber bei diesen hier kam eine Art kalter, unnachgiebiger Überzeugung dazu.

Nicht einmal Bross protestierte.

Sie hatten den Regeln dieser Stadt zugestimmt, mit zwei Wörtern. Einem Namen. Die Schwerter. Und jetzt mussten sie nach den Regeln spielen.

***

Ihr Weg führte durch ein vergittertes Tor in der Felswand direkt in die Verliese der Arena. Hier gab es kein Tageslicht, sondern nur Fackeln, welche die Finsternis erhellten. Eisenstreben wie in einem Gefängnis begrenzten den Weg zu beiden Seiten, und hinter den Streben, halb in der Dunkelheit, bewegten sich Menschen.

Es waren keine Gefangenen in Ketten, sondern freie Männer und Frauen, mit Waffen in den Händen und an den Gürteln.

Nach einigen Dutzend Metern schloss einer der Wächter neben ihnen eine Gittertür auf. Sie gingen in die Zelle, die Tür fiel hinter ihnen ins Schloss, ein Schlüssel klirrte.

Mel setzte sich auf den nackten, sandigen Boden. »Das hatte ich mir anders vorgestellt. Mehr so mit eigenen Gemächern, einer Ehrengarde und was man sonst noch den Todgeweihten, die ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen, zukommen lässt.«

Dante fuhr sich durchs Haar und brummte missmutig. »Diese vergitterte Tür macht es schwer, nach draußen zu kommen und dort nach unserem Freund Tristan zu suchen …«

»Das hier war also nicht deine beste Idee.« Mel breitete die Arme aus und umschloss mit der Geste den Raum.

Dante schlurfte durch den Sand. In der Wand fehlten einzelne Steine und lagen herausgebrochen auf dem Boden. Es roch nach Kälte und nach trockener, verbrauchter Luft, immerhin nicht nach Urin und Exkrementen.

»Das hier ist kein gewöhnliches Turnier.« Bross setzte sich an die Wand dicht am Gitter zur Nachbarzelle. »Früher ging es hier um viel Gold und Ländereien, heute wird es nur noch zur Erinnerung abgehalten. Mit wenigen Kämpfern, denen ihr Leben nichts mehr wert ist. Es ist völlig heruntergekommen.«

»Du klingst fast wie ein Gelehrter«, sagte Mel.

»Woher weißt du hiervon?«, fragte Dante.

»Weil ich hier geboren wurde.« Bross umfasste einen der Gitterstäbe. »Ich weiß noch, wie sich das alles anfühlt.«

»Warum hast du uns das nicht erzählt?« Dante schüttelte fassungslos den Kopf.

»Weil ich den Namen der Stadt nicht kannte. Nicht einmal die Stadt selbst. Ich war immer nur in der Arena und bin nachts geflohen. Aber ich erkenne diesen Ort wieder und die Verliese.«

Dante setzte sich vor ihn hin. »Wir müssen alles darüber wissen.«

Bross blickte zur Decke, wahrscheinlich aber einfach nur in die Dunkelheit, und suchte nach Erinnerungen. »In der Arena gibt es einen großen Stahlblock. Ich glaube, er hat keinen Namen, aber in ihm werden die Waffen all derer zusammengeschmiedet, die hier in der Arena sterben.«

»Also ist es ein Stahlblock, der aus Hunderten von eingeschmolzenen Waffen besteht?«

»Damals waren es nicht mehr als ein paar Dutzend.«

»Wahrscheinlich werden nur die hinzugefügt, die den Verlierern der Endrunden gehört haben oder den Anführern von Kampfgruppen«, befand Mel.

Dante biss die Zähne zusammen. Meine Waffe ist hier, um Rache zu üben. Ihr werdet sie mir nicht nehmen.

Da erklang eine dunkle Stimme aus der Nebenzelle. »Es werden nur die Waffen außerordentlicher Krieger dafür genommen. Und der Herr der Arena entscheidet, welche das sind.«

Eine Gestalt saß an die Wand gelehnt neben dem Gitter, das ihre Zellen voneinander trennte, von Kopf bis Fuß in zerfetzte Lumpen gehüllt.

»Und wer bist du? Etwa dieser Herr der Arena?«, fragte Dante.

»Nein, nur einer seiner Diener.«

Der Mann rückte näher an das Gitter heran. Ein schmutzig grauer Bart umrahmte sein Gesicht, und die Augen waren vielleicht einmal leuchtend blau gewesen, aber jetzt hatten sie beinahe dieselbe Farbe wie sein Bart. Die Falten in seinem Gesicht spannten sich, als er den Mund öffnete. »Ihr seid arm dran, wenn ihr nicht wusstet, was euch erwartet, und trotzdem gekommen seid. Ihr werdet sterben, und es wird so sinnlos sein, wie ein Tod auf dieser Welt nur sein kann.«

Dante musste lächeln. Ganz unrecht hatte der Alte sicher nicht. »Was erwartet uns denn?«

Der Mann holte geräuschvoll Luft und begann, mit einem zittrigen Finger in den Sand zu zeichnen. Dabei sah er Dante an. »Hierher kommen Männer und Frauen, die sterben wollen. Oder die, denen es völlig egal ist, was mit ihnen geschieht. Oder solche, denen es ebenso viel Freude bereitet, Schmerzen zuzufügen, wie selbst welche zu erleiden.«

»Einmal«, brummte Bross, »gab es einen Sieger, der sagte, er wolle nächstes Jahr wiederkommen, um endlich zu sterben.«

»Hat es geklappt?«, fragte Dante.

»Er ist nicht wiedergekommen. Vielleicht ist er auf dem Heimweg überfallen worden, und man hat ihm seinen Wunsch erfüllt.«

Mel stand auf und kam herüber. »Was erwartet uns? Und werden sie uns erlauben, uns in der Stadt umzusehen?«

»Der Tod erwartet euch, und nein, ihr dürft nicht heraus.« Der Alte verwischte sein Gekritzel im Sand und schaute Dante mit Augen an, die vielleicht gar nichts mehr sahen. »Sag du ihr das, denn ich rede nicht mit Frauen.«

Dante wandte sich zu Mel und lächelte.

Ihre Miene war eiskalt. »Ich kenne euch: Männer, die fürchten, Frauen könnten sie übertreffen, könnten klüger sein, vielleicht sogar stärker, könnten euch in den Schatten stellen. Es wächst gerade eine neue Generation von deinesgleichen da draußen heran.«

Der Alte starrte zwischen ihnen hindurch. Wenn es Mel gelungen war, ihn zu provozieren, dann ließ er es sich nicht anmerken.

Details

Seiten
64
Erscheinungsform
Originalausgabe
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783960531548
Dateigröße
715 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v318545
Schlagworte
Magie Dämonen Rollenspiel Dungeons and Dragons High Fantasy Abenteuer World of Warcraft

Autor

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Titel: DIE SCHWERTER - Band 8: Blutiger Sand